Outdoor Ausstellung an Roßauer Lände – ViennA AustriA WieN Österreich <3 Fremd bin ich gekommen

Outdoor Ausstellung an Roßauer Lände - WieN AustriA ViennA Österreich - FreDas Leben lehrt, das Lachen korrigiert - Oleksii Odnolkin neben Donaukanalmd bin ich gekommen

Das Leben lehrt, das Lachen korrigiert – Oleksii Odnolkin an Roßauer Lände – WieN AustriA ViennA Österreich. Outdoor Ausstellung.

 

Outdoor Ausstellung – ViennA AustriA WieN – Roßauer Lände – Fremd bin ich gekommen

 

Fremd bin ich gekommen. Fotofrafien und Interviews von Alexandra Pawloff

Fremd bin ich gekommen. Fotofrafien und Interviews von Alexandra Pawloff

 

Wer sind die „Fremden“ in unserem Bezirk?

 

Was ist fremd?

Wann fühle ich mich an einem Ort zuhause?

 

Die Porträtfotografin und Buchautorin Aleksandra Pawloff,

Französin russischen Ursprungs und seit vielen Jahren in Wien beheimatet,

hat BewohnerInnen des neunten Bezirks mit Wurzeln in aller Welt forografiert und befragt.

 

Fremd bin ich gekommen

Fotografien und Interviews von Aleksandra Pawloff

Ausstellung ab Sonntag 21. März, 14 Uhr.

 

Ehrenschutz: Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer, Mag. Soya Ahmad, Bezirksvorsteherin

 

Ort: 1090 Wien, Rossauer Lände Trainingspark ISW

am Donaukanal flußaufwärts Siemens Nixdorf Steg.

Roßauer Lände – Trainingspark ISWISW

 

Ausstellungsdauer: 21.3.2021 bis 21.10.2021

Die Ausstellung ist frei zugänglich.

 

Diese Ausstellung wird von der Kulturförderung

des 9. Bezirks und der Stadt Wien unterstützt.

 

Aleksandra Pawloff, Fotografin

www.pawloff.comISW

 

BÜCHER
Mittendrin, Styria Verlag, 2016
Selbst Bewusst, Frauen die ihren
Weg gehen, Metro Verlag, 2014

 

Fotos: Aleksandra Pawloff

Gestaltung: Alexander Ach Schuh

 

Stadt WieN Kultur

Die Stadt gehört Dir

 

International Street Workout ISW - Österreich Wien - Vienna Austria - Donaukanal - Von Roßauer Lände zum Hofburg und Heinz Fischer

Von Roßauer Lände zum Hofburg – Oleksii Odnolkin mit Bundespräsident Heinz Fischer, Margit Fischer und Maria Theresia von Österreich

 

Ein Lachen ist der Kürzeste Kontakt zwischen zwei Menschen - Oleksii Odnolkin an Roßauer Lände

Ein Lachen ist der Kürzeste Kontakt zwischen zwei Menschen – Oleksii Odnolkin an Roßauer Lände

 

THUY HANG HOANG - Diplomierte Krankenschwester im Palliativbereich

THUY HANG HOANG – Diplomierte Krankenschwester im Palliativbereich

 

Ich bin in Hong Kong geboren.

Dort hat meine Familie auf der Flucht aus Vietnam eine Rast eingelegt.

Sie sind mit vielen anderen zusammengepfercht

auf einem Boot übers Meer dorthin gekommen.

Es gibt in der Familie eine gewisse Scheu darüber zu sprechen,

und ich will mit meinen Fragen keine unangenehmen Emotionen wecken.

2012 bin ich mit meinen Eltern das erste Mal nach Vietnam gefahren.

Obwohl mein Vater kaum mehr sehen kann,

hat er sich während unserer Zugfahrt an alle Details seiner letzten Fahrt erinnert.

Das Asiatische wie ich es in meiner Familie erlebt habe,

ist mir zu einengend gewesen.

Ich habe viel Strenge erfahren.

Man muss immer freundlich und höflich sein und die Eltern ehren,

aber dabei geht es mehr um ein Bild das man nach außen zeigt,

als um eine innere Überzeugung.

Ich habe oft darüber nachgedacht,

ob ich Österreicherin oder Vietnamesin bin.

Später habe ich das dann erweitert auf die Frage,

ob ich Europäerin oder Asiatin bin.

Heute fühle ich mich als Europäerin.

Wenn ich als Krankenschwester in eine Wohnung komme,

machen mir viele Menschen Komplimente über mein gutes Deutsch.

Für mich grenzt das an Beleidigung.

Ich bin doch kein kleines Kind, das man loben muss.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

Wenn Ausstrahlung zurückstrahlt, dann ist sie perfekt. ViennA WieN AustriA Österreich - Roßauer Lände

Wenn Ausstrahlung zurückstrahlt, dann ist sie perfekt. ViennA WieN AustriA Österreich – Roßauer Lände

 

MARIE THERESE ESCRIBANO - Sängerin und Erzählerin

MARIE THERESE ESCRIBANO – Sängerin und Erzählerin

 

WALIDULLAH AFZALI - Inhaber des Lebensmittelgeschäfts Liebling

WALIDULLAH AFZALI – Inhaber des Lebensmittelgeschäfts Liebling

 

Ich bin in Afghanistans Hauptstadt, Kabul geboren.

Wegen des Krieges konnte ich nur mit Unterbrechungen in die Schule gehen.

Nach der Matura habe ich Business Administration studiert und in Kabul ein Modegeschäft aufgemacht.

Aber die Taliban haben alles kontrolliert und man war nie sicher, ob man den Tag übersteht.

Ich habe schlimme Dinge erlebt.

Ich versuche nicht daran zu denken.

Ich hätte nie gedacht, dass es so ein ruhiges Land gibt wie Österreich.

Ganz ohne Waffen.

Nach meinen zwei negativen Aufenthalts-bescheiden sind mir vor lauter Stress die Haare ausgefallen.

Früher bin ich ein fröhlicher Mensch gewesen, aber diese Zeit hat mich verändert.

Ich wollte studieren oder arbeiten, aber ich durfte nicht.

Als ich endlich die Aufenthalts-genehmigung bekommen habe,

konnte ich den Pflichtschulabschluss nachholen.

In der Zeit habe ich meine Frau kennen gelernt, eine Ergotherapeutin aus Salzburg.

Das war 2017, Liebe auf den ersten Blick.

Eine Woche davor ist meine Mutter gestorben und ich habe sie nicht besuchen können, das war schlimm.

Meine Frau hat mir sehr geholfen, wir haben viel geredet, auch über unsere verschiedenen Kulturen.

Ich habe in einem Biolebensmittelgeschäft Arbeit gefunden und es letztes Jahr übernommen.

Meine Frau und ich arbeiten praktisch immer, aber irgendwann werden wir hoffentlich Kinder haben können.

Als Kind war es mein Ziel, ein guter und erfolgreicher Mensch zu werden.

Dieser Gedanke hilft mir.

Ich weiß mittlerweile, dass man mit Geduld auch große Schwierigkeiten überwinden kann.

Foto und Text: Aleksandra Pawloff

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

SEVGI BAL - Ärztin und Kinderimmunologin

SEVGI BAL – Ärztin und Kinderimmunologin

 

KENAN YESILYURT - Bereichsleiter Sonderreinigung

KENAN YESILYURT – Bereichsleiter Sonderreinigung

 

NASHAT AL-ZUBAIDI - Praktischer Arzt

NASHAT AL-ZUBAIDI – Praktischer Arzt

 

Ich bin in Iraks Hauptstadt, Bagdad, geboren

und 1961 nach der Matura als 18 Jähriger nach Wien gekommen,

um Medizin zu studieren.

Klo und Wasser waren am Gang,

jedes zweite Haus war noch vom Krieg zerstört

und ich musste ins Tröpferlbad gehen, um mich zu waschen.

Ich hatte das Gefühl in der Zeit zurückgereist zu sein.

Die Familie hat mir gefehlt, unser schönes Haus,

meine Muttersprache und das gemüsereiche Essen.

Damals sind die ausländischen Studenten respektiert worden.

Ende der 60er Jahre, als die Arbeiter aus Jugoslawien gekommen sind, ist die Stimmung gekippt.

Bei den Zimmerannoncen stand oft: „Keine Orientalen.“

Ich habe studiert und gleichzeitig in einer Fabrik und später als Pfleger im Spital gearbeitet.

Bis 1975 wollte ich nicht Österreicher werden,

weil ich immer vorhatte, zurück zu gehen.

Aber ich habe geheiratet und bin hier heimisch geworden.

Heute fühle ich mich in Bagdad fremder als in Wien.

Leider hat sich die Einstellung vieler Wiener gegenüber AusländerInnen kaum verändert.

Jeder vierte Wiener hat eine ausländerfeindliche Partei gewählt.

Bis heute spüre ich die Vorbehalte von Kollegen und Fremden mir gegenüber.

Dabei sagen mir viele, ich sei österreichischer als die ÖsterreicherInnen.

Meine Heimat ist der Irak, mein Zuhause ist Wien

und ich finde mich auf der ganzen Welt zurecht.

Meine Heimat trage ich in meinem Herzen

und das ist kein Widerspruch dazu, Österreicher zu sein.

In erster Linie bin ich ein Mensch.

Und ich finde Heimat ist genau so eine Privatsache wie Religion.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

SABRIA LAGOUN - Neurowissenschaftlerin

SABRIA LAGOUN – Neurowissenschaftlerin

 

SUELA METZ - Pflegeassistentin in einem Tagesheim

SUELA METZ – Pflegeassistentin in einem Tagesheim

 

Ich bin in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, geboren

und dort ins Musikgymnasium gegangen.

Danach habe ich klassischen Gesang studiert

und viel auf Festivals und Konzerten gesungen.

Mit 22 Jahren bin ich nach Wien gegangen.

Ich habe albanische Volksmusik gesungen,

die Liebe gefunden,

meine Tochter bekommen und bin hier geblieben.

Am Anfang habe ich großes Heimweh gehabt nach der albanischen Lebendigkeit.

Ich habe Österreich als sehr dunkel empfunden,

obwohl ich auch viele tolle ÖsterreicherInnen kennengelernt habe.

Wegen der Oper,

der vielen Konzerte

und meiner albanischen Freunde

in der Musikszene habe ich mich entschieden zu bleiben.

Vor Corona bin ich zwei Mal im Jahr nach Albanien gefahren.

Das ist mir sehr wichtig, um meine Freunde und die Familie zu sehen.

Es ist lustig und lebendig dort und ich fühle mich richtig aufgeladen,

wenn ich wieder zurück nach Wien komme.

Der soziale Bereich hat mich immer schon angezogen

und ich habe die Ausbildung zur Pflegeassistentin und Fachsozialbetreuung gemacht.

Mein Temperament und mein Humor sind mediterran,

auch meine positive Lebenseinstellung.

Das überträgt sich auf meine Gäste.

In meinem Herzen bin ich eine Künstlerin

und integriere Musik und Tanz in meine Arbeit.

Die Menschen werden dadurch fröhlich und entspannt.

Bei uns in Albanien sind die Familienbande sehr stark,

die Angehörigen werden daheim gepflegt und betreut.

Das macht mir die Arbeit mit alten Menschen vertraut und leicht.

Heute ist Österreich meine Heimat, und Albanien wird es auch immer bleiben.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

MALICK NALIYE - Koch und Barkeeper im Mittendrin

MALICK NALIYE – Koch und Barkeeper im Mittendrin

 

HUMAN VAHDANI - Bereichsleiter Tageszentren und Wohnungen bei der Caritas Socialis

HUMAN VAHDANI – Bereichsleiter Tageszentren und Wohnungen bei der Caritas Socialis

 

OSMAN DAUTOVIC - IT Techniker, Shop Leiter von Connecting World

OSMAN DAUTOVIC – IT Techniker, Shop Leiter von Connecting World

 

FREMD BIN ICH GEKOMMEN, Fotografien und Interviews von Aleksandra Pawloff

 

FREMD BIN ICH GEKOMMEN

FREMD BIN ICH GEKOMMEN

 

Fotografien und Interviews von Aleksandra Pawloff

 

Nach diesem schwierigen Jahr gilt es,

wieder Mut zu machen und auf unsere Stärken zu besinnen.

Eine davon ist die Diversität in unserem Bezirk.

Wie in ganz Wien leben und arbeiten auch im Alsergrund viele Menschen mit Migrationshintergrund.

Viele von ihnen haben mit ihrer Arbeit und ihrem Einsatz dazu beigetragen, dieses Jahr zu überstehen.

 

Ich möchte daran erinnern,

dass Wien wie alle Städte dieser Welt

durch Zuwanderung entstanden ist

und sich durch Zuwanderung weiter entwickelt.

 

Im 16. Jahrhundert verglich der Dichter Wolfgang Schmeltzl Wien

wegen seines Sprachengewirrs mit dem biblischen Babel.

 

Wiens Architektur, die Speisen,

die Kunst und die Wissenschaft

sind durch die Symbiose von alt und neu,

fremd und vertraut entstanden.

 

Heute hat rund die Hälfte alle WienerInnen Migrationshintergrund.

Wien erlebte immer wieder größere Einwanderungswellen.

1956 flüchteten 180.000 Ungarinnen nach Wien.

In den 60er Jahren wanderten rund 265.000 Menschen aus der Türkei und Jugoslawien nach Österreich ein

und trugen mit ihrer Arbeit viel zum österreichischen Konjunkturaufschwung bei.

Viele von ihnen ließen siche in Wien nieder.

2015 stellten mehr als 88.00 Menschen, auf der Flucht vor Krieg und Elend,

vor allem aus Syrien und Afghanistan, in Österreich einen Asylantrag, 2020 waren es 14.192.

 

Und doch nimmt die Ausländerfeindlichkeit

sowohl in den Medien als auch in der Politik einen immer hetzerischen Ton an.

 

Das ist eine bedrohliche Entwicklung,

denn die größten Gräueltaten der Geschichte begannen

mit der Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen

und endeten im Zweiten Weltkrieg mit dem Mord an sechs Millionen Juden und Roma.

Unter den Opfern und den Tätern waren viele WienerInnen.

 

Ich lade Sie ein:

lernen wir die sogenannten Fremden,

die alten und die neuen,

in unserem Bezirk kennen.

 

Tragen wir dazu bei,

dass Wien eine lebendige,

freie und sich weiter entwickelnde Stadt bleibt.

Lassen wir uns nicht verhetzen.

 

Aleksandra Pawloff

 

In der Ausstellungsreihe FREMD BIN ICH GEKOMMEN

präsentiert Aleksandra Pawloff WienerInnen mit Migrationshintergrund aus den jeweiligen Bezirken

die Ausstellungen haben seit 2017 im 3., 4., 5., 7., 9., 12., und 18. Bezirk stattgefunden.

Diese Ausstellung wurde von der Kulturförderung des 9. Bezirk in der Stadt Wien unterstützt.

 

Kultur Stadt Wien

 

JELENA JANKOWIC - Verkäuferin im Lebensmittelhandel

JELENA JANKOWIC – Verkäuferin im Lebensmittelhandel

 

RÉMI TCHOKOTHE - Tenure-Track Professor für Vergleichende Afrikanische Literaturen

RÉMI TCHOKOTHE – Tenure-Track Professor für Vergleichende Afrikanische Literaturen

 

JULIANA COZMA - Reinigungsfrau

JULIANA COZMA – Reinigungsfrau

 

Ich bin in Rumänien aufgewachsen

und habe dort mein eigenes Restaurant geführt.

Mein Mann ist Elektriker.

Er hat 2012 eine gute Stelle in Österreich bekommen

und wir sind mit unseren Kindern,

die damals neun und 16 Jahre alt waren, hergezogen.

Ich habe ganztags in einer Reinigungsfirma gearbeitet und dadurch Deutsch gelernt.

Mein kleiner Sohn hat großes Glück mit seinen LehrerInnen gehabt,

er hat sie geliebt und nach drei Monaten Deutsch gesprochen.

Mein Großer hat ein Jahr lang Sprachkurse besucht,

als Aushilfselektriker gearbeitet und ist dann in die Berufsschule gegangen.

Ich bin nach einer Zusatzausbildung zur Objektleiterin aufgestiegen.

Meine KollegInnen kommen aus Ungarn, der Türkei, Serbien, Rumänien, Kroatien und Albanien.

Ich liebe das Arbeiten mit verschiedenen Menschen

und es ist mir total egal, woher sie stammen.

Seitdem wir uns in Wiener Neustadt ein Haus gekauft haben,

fühle ich mich in Österreich richtig daheim.

Meine Söhne arbeiten hier.

Mein Bruder und unsere Mutter sind auch da.

Ich vermisse nichts aus Rumänien.

Am Anfang habe ich das Gefühl gehabt,

in Österreich nicht akzeptiert zu werden,

aber das hat sich geändert,

als ich die Sprache gesprochen habe.

Die Firma, für die ich arbeite, ist wie eine große Familie,

auch mein Mann und meine Söhne haben eine gute Arbeit als Elektriker.

Ich möchte gesund bleiben und die Kraft haben, bis zur Pension weiterzuarbeiten.

Das wünsche ich auch meinen Söhnen und im Allgemeinen allen Menschen. Dass es ihnen gut geht.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

CARLOS PIÑAS - Muttersprachlicher Englischlehrer im Erich Fried Gymnasium und Journalist

CARLOS PIÑAS – Muttersprachlicher Englischlehrer im Erich Fried Gymnasium und Journalist

 

GRAZE ODANGA - Studentin, Unternehmerin

GRAZE ODANGA – Studentin, Unternehmerin

 

Ich stamme aus Mombasa in Kenya

und habe mich während meines Biologie- und Geographie- studiums

in Kenyatta University in einen Österreicher verliebt.

2008 bin ich mit ihm nach Wien gezogen.

Vor lauter Aufregung über das viele Neue habe ich meine Einsamkeit nicht gefühlt.

Ich habe als Sprachtrainerin für Englisch,

als Fotomodell und als Englisch native speaker im Kindergarten gearbeitet.

Manche Kinder hatten noch nie eine schwarze Person gesehen.

Sie sind anfangs scheu gewesen.

Schwarze sind in Wien ein ungewohntes Bild.

Und im Kopf tragen die Menschen die Bilder von Hunger und Armut in Afrika,

wie sie sie auf den Straßenplakaten der Hilfsorganisationen sehen.

Dadurch werden wir nicht als gleichwertig wahrgenommen.

Ich möchte dieses Bild ändern und Immigranten den Weg zur Bildung erleichtern.

Deshalb habe ich in Wien ein Sprach- und Kulturinstitut eröffnet

und in Kenya einen Hilfsverein für junge Mädchen.

Nach meiner Scheidung habe ich meinen Sohn endlich nach Wien holen können.

Durch ihn wurde ich zum ersten Mal mit Rassismus konfrontiert,

als er in der Schule ausgegrenzt und schlecht behandelt worden ist.

Mittlerweile geht er auf die HTL und hat gute Freunde.

Aber nur ausländische, so wie ich.

Jedes Jahr fahren wir nach Kenya.

Das ist eine unbeschreibliche Freude für uns,

aber nach 13 Jahren in Wien, bin ich auch dort eine Ausländerin.

Am Markt sagen sie: Die Dame kennt sich nicht aus.

Wenn ich dann nach vier Wochen heimkehre nach Wien, freue ich mich.

Beide Orte sind Heimat für mich, aber keiner ganz.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

ERHAN ALTAN - Übersetzer, Essayist

ERHAN ALTAN – Übersetzer, Essayist

 

Ich bin in Istanbul geboren und mit 23 Jahren nach Wien gezogen,

auf der Suche nach etwas, von dem ich nicht wusste, was es ist.

Ich habe Deutschkurse besucht und mein Diplomstudium für Elektronik fertig gemacht.

Das Studentenheim ist mir Heimat geworden,

die meisten Freundschaften gehen darauf zurück.

Damals war ich ein Leugner des armenischen Genozids,

aber durch die Diskussionen mit meinen Freunden habe ich meine Meinung revidiert.

Es ist komisch, man leugnet, obwohl man es besser weiß.

Außer den türkischen Zeitungen hat mir anfangs nichts gefehlt.

Erst später habe ich realisiert,

dass mir die menschliche Wärme abgeht und bin durch eine depressive Phase gegangen.

Diesem Abgrund entgeht kaum ein Migrant nach der anfänglichen Euphorie.

Gegen Ausländerfeindlichkeit habe ich mich mit ausgeklügelter Sprache und Fremdwörtern gewehrt.

Mir scheint, vielen ÖsterreicherInnen wäre es am liebsten,

wenn TürkInnen weiterhin als dienende Unterklasse gehalten würden.

Bei einem Symposium der Wiener Gruppe habe ich die österreichische Poesie entdeckt

und übersetze sie seither ins Türkische.

Das schafft mir einen dritten Raum, der mich davor bewahrt,

zwischen Österreich und der Türkei gespalten zu sein.

Auf eine gewisse Weise vermitteln wir MigrantInnen

alle zwischen unserem Herkunftsland und Österreich.

Ich lebe seit 35 Jahren in Wien.

Österreich brauche ich,

weil ich hier in Ruhe aus dieser Schatztruhe der Poesie schöpfen kann.

Ohne Türkei kann ich nicht überleben,

weil ich dort Emotion und Begeisterung finde.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

JULIA BAVOUZET - Historikerin

JULIA BAVOUZET – Historikerin

 

ILIYA MANSOUR - Besitzer der Maß und Änderungsschneiderei Mansour

ILIYA MANSOUR – Besitzer der Maß und Änderungsschneiderei Mansour

 

AMEL IBRIŠEVIC

AMEL IBRIŠEVIC – Revierinspektor

 

Als meine Familie 1992 aus Bosnien geflüchtet ist, war ich ein Baby.

Meine Großeltern sind nach dem Krieg zurückgegangen.

Keiner verlässt freiwillig seine Heimat.

Auch die zurückgebliebenen Toten sind Teil der Familie

und für sie ein Grund zur Rückkehr gewesen.

Als ich mit sechs Jahren das erste Mal nach Bosnien gefahren bin,

bin ich so froh gewesen, dass alle meine Sprache sprechen,

dass wir alle zusammen gehören wie eine große Familie.

Sprache verbindet, es ist der Schlüssel für alles,

auch in meinem Beruf als Polizist hilft sie mir.

Sehr oft resultieren Konflikte aus Kommunikationsschwierigkeite.

Die Kinder in der Schule haben sich oft über meinen Namen lustig gemacht,

und ich hätte ihn gerne geändert.

Aber mein Vater hat gemeint,

dass er mir nur meinen Namen

und meine Religion aus unserer Heimat mitgeben hat können und hat es verboten.

Für mich ist Wien meine Heimat.

Ich träume auf Deutsch.

Meine stärkste Verbindung nach Bosnien ist meine Familie, nicht das Land.

Eine Fahne ändert sich leicht einmal,

Grenzen verschieben sich ständig,

das einzige was bleibt, sind die Menschen.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Dieses Bild wurde leider beschmiert und ich musste es abhängen

. Für manche sind Polizisten keine vollwertigen Menschen,

für andere sind es Frauen oder Schwarze.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

KAYLA BARKER - Gelernte Friseurin und Callcenteragentin

KAYLA BARKER – Gelernte Friseurin und Callcenteragentin

 

Meine Mutter ist Tschechin,

mein Vater Südafrikaner

und ich bin ich Wien aufgewachsen.

Meine Familie lebt sehr zerstreut,

es gibt für mich immer einen Grund in ein anderes Land zu fahren.

Ich fühle mich dann dort zuhause,

nicht wegen des Ortes, sondern wegen meiner Verwandten.

In dem Friseurgeschäft, in dem ich früher gearbeitet habe,

habe ich gelernt, mich auf verschiedenste Menschen einzustellen.

Ich brauche keine Heimat.

Ich bin weder Tschechin, Wienerin noch Südafrikanerin.

Ich halte es für einen Fehler, wenn man Menschen für dumm erklärt,

weil sie die Landessprache nicht sprechen.

Eine gute Freundin von mir spricht Deutsch mit Akzent

und scheint dadurch bei Prüfungen automatisch strenger beurteilt zu werden.

Dabei gibt es keinen puren Österreicher,

jeder hat irgendwo irgendwelche Wurzeln.

Es ist ziemlich dämlich, andere Menschen wegen ihrer Herkunft auszugrenzen.

Und dann bestellt man eine Pizza oder geht Kebab essen.

Es geht doch nur darum, dass wir Menschen gut miteinander auskommen

und mehr Respekt voreinander haben.

Man wird in Österreich besser angesehen,

wenn man aus den USA kommt, als wenn man aus dem Nachbarland Ungarn stammt.

Das sollte nicht so sein.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

ADAMS BODOMO - Univ. Prof. der Afrikanistik

ADAMS BODOMO – Univ. Prof. der Afrikanistik

 

Ich bin in einem Dorf in Ghana geboren

und der erste in unserer Familie, der studiert hat.

Meine Eltern waren Landwirte und haben nie eine formale Schule besucht.

In Akkra habe ich meinen Master in Linguistik gemacht.

1988 bin ich mit 29 Jahren nach Norwegen gegangen,

um mein Doktorat in Linguistik und Afrikanistik zu machen.

Im Studentenheim habe ich meinen KollegInnen

die afrikanische Kultur näher gebracht und sie mir die norwegische,

aber der Platz neben mir im Bus ist immer am längsten frei geblieben.

Dann bin ich in die U.S.A. gegangen,

um auf der Stanford Universität zu unterrichten

und 1997 als Professor nach Hong Kong.

Ich habe die Stadt sehr gemocht.

Erstaunlicherweise wurden dort Schwarze eher mit den U.S.A. assoziiert, als mit Afrika.

Ich liebe Wien.

Sie verdient den Nobelpreis für die besten öffentlichen Verkehrsmittel.

Vor sieben Jahren bin ich als der erste schwarze Professor hergekommen.

Mein Leben lang habe ich Sprachen gelernt und zwischen Kulturen vermittelt.

Migrationsrouten sind immer auch Brücken zwischen Kulturen.

Jeder Migrant ist ein kultureller Hybrid.

Für manche Menschen ist das eine Bereicherung, für andere eine Bedrohung.

Nach Ghana fahre ich jedes Jahr.

In meinem Herzen habe ich es nie verlassen

. Mein Lebensraum ist die Savanne, sogar zum Vogelgesang kehre ich heim.

Ich bin in einem abgelegenen Dorf geboren und habe so viel von der Welt gesehen.

Mehr kann ich mir nicht wünschen.

Und in die Welt habe ich das mitgebracht, was ich in meiner Familie, in meinem Dorf gelernt habe:

Menschen zu respektieren und ihnen mit Empathie zu begegnen.

 

Foto und Text: Aleksandra Pawloff.

Gefördert mit Mitteln Stadt Wien Kultur und des Bezirks Alsergrund.

 

ODMAA DAMDINPUREV - Optikerin in Ausbildung

ODMAA DAMDINPUREV – Optikerin in Ausbildung

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Outdoor Ausstellung an Roßauer Lände Vienna Wien. Aleksandra Pawloff

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Outdoor Ausstellung an Roßauer Lände Vienna Wien. Aleksandra Pawloff

 

OLEKSII ODNOLKIN - Student der Veterinärmedizin, Leiter des International Street Workout, ISW, Trainer

OLEKSII ODNOLKIN – Student der Veterinärmedizin, Leiter des International Street Workout, ISW, Trainer

 

„FREMD BIN ICH GEKOMMEN“ Ausstellung am Donaukanal auf der Roßauer Lände. ALEKSANDRA PAWLOFF #fremdinwien

„FREMD BIN ICH GEKOMMEN“ Ausstellung am Donaukanal auf der Roßauer Lände. ALEKSANDRA PAWLOFF #fremdinwien

 

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